Was Sokrates nicht wissen konnte: Eine Bildungsreise zu den Grundlagen unserer technischen Zivilisation


 
Sokrates wäre beeindruckt
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Was Sokrates nicht wissen konnte: Eine Bildungsreise zu den Grundlagen unserer technischen Zivilisation (Gebundene Ausgabe) Siegfried Wendt bezieht sich in seiner "Bildungsreise zu den Grundlagen unserer technischen Zivilisation" schon im Titel auf den großen griechischen Denker Sokrates. Dadurch wird angedeutet, dass bei der anspruchsvollen Erkundungsfahrt bewusst auf die Landung in etlichen Wissenschaftsgebieten verzichtet worden ist. Wendt vermutet wohl zurecht, Sokrates würden die geisteswissenschaftlichen Bereiche wie Politik, Soziologie, Wirtschaft und Kunst nicht allzu neu und unbekannt vorkommen, weswegen der Autor sie weitgehend unerörtert lässt. Sehr viel erstaunter wäre Sokrates wohl über die Fortschritte in der Mathematik sowie in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, deren Grundlagen und Prinzipien Wendt deshalb ausführlich darstellt. Insbesondere den mathematisch-logischen Erkenntnissen räumt er breiten Raum ein, wobei er sich intensiv und erfolgreich um einen lockeren Schreibstil bemüht, damit die Leser von der manchmal doch etwas trockenen Materie nicht abgeschreckt werden. In dem auch recht umfangreichen Kapitel über die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse schlägt Wendt einen weiten Bogen von der mittelalterlichen Astronomie zur moderenen Gentechnologie. Dabei gelingt es ihm erstaunlich gut, die wichtigsten wissenschaftlichen Kernbereiche auch für Nichtfachleute verständlich zu machen. Die ingenieurwissenschaftlichen Erkenntnisse werden besonders komprimiert dargestellt. Bei dieser sehr sinnvollen Selbstbeschänkung dürfte dem Elektroingenieur Wendt zwar manchmal das Herz geblutet haben, aber dem Buch ist die zweifellos schwierige Stoffbegrenzung sehr gut bekommen.
Insgesamt spürt man auf jeder Seite den unerschütterlichen Willen des Autors, seinen Lesern auch die schwierigsten wissenschaftlichen Probleme verständlich zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, musste er sich intensiv in zahlreiche Wissenschaftsgebiete einarbeiten, die mehr oder weniger weit von seinem eigenen Fachgebiet entfernt sind. Die lange Liste von Danksagungen zeigt, dass ihm bei diesem schwierigen Prozess zahlreiche Kollegen hilfreich zur Seite gestanden haben. Die große Anstrengung hat sich aber ohne Zweifel gelohnt, denn es ist ein sehr lesenswertes und lehrreiches Buch entstanden, das sicher auch auf Sokrates großen Eindruck gemacht hätte.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 11. Juli 2008
Kundenrezensionen:
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